Lösungen

Viele Kommunen in Deutschland haben bereits ein tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement nach dem sogenannten „Augsburger Modell“ in Form von betreuten Taubenschlägen.

Die Vorteile:

  • Bestandsregulierung der Taubenpopulation durch Austausch der echten Taubeneier im Schlag durch künstliche Eier,
  • weniger Verunreinigungen durch Taubenkot auf Straßen, Gebäuden und Denkmälern,
  • weniger „Belästigung“ der Bevölkerung durch hungrige Tauben und
  • schnelle Versorgung und Betreuung verletzter und kranker Tauben.

Ist der Schlag eingerichtet, werden die Stadttauben aus der Umgebung mit Futter angelockt und deren wilde Brutplätze tierschutzgerecht(!) unbrauchbar gemacht (z. B. mit Schrägblechen: „Bird-Slides“).

Durch die Versorgung mit artgerechtem Futter und Wasser werden die Tiere an den Schlag gebunden und halten sich den Großteil des Tages dort auf. Dadurch müssen sie nicht mehr auf Futtersuche in der Stadt gehen und auch ihren Kot setzen sie hauptsächlich im Schlag ab.

Im Gegensatz zu (oft tierschutzwidrigen) Vergrämungsmaßnahmen und unsinnigen Fütterungsverboten sind betreute Taubenschläge eine wirkungsvolle, tierschutzgerechte Methode zur Regulierung der Stadttaubenpopulation – zum Wohle von Mensch und Tier!

Eiertausch an wilden Brutplätzen
Um das Taubenelend zu verringern, tauschen viele Tauben-Initiativen auch an wilden Brutplätzen in der Stadt die Eier gegen Gips- oder Kunststoffeier aus. Dafür ist es allerdings unbedingt erforderlich, dass man sich sicher ist, dass das Gelege von Stadttauben ist und nicht von Wildtauben. Bei Wildtauben dürfen keine Eier getauscht werden! Außerdem werden die Eier vor dem Tausch einmal mit einer starken Taschenlampe (oder einer sog. Schierlampe) durchleuchtet, um den Entwicklungsfortschritt festzustellen, da die Eier nur in einem sehr frühen Stadium getauscht werden.

Wichtig: Weder bei Stadttauben noch bei Wildtauben dürfen die Nester während der Brutzeit entfernt werden (und auch nicht in der Nestbauphase)!


Handbuch Stadttaubenmanagement