Tauben in der Stadt

Domestikation der Felsentaube
Ihre Abstammung ist noch nicht komplett geklärt, aber es wird davon ausgegangen, dass Stadttauben die vor knapp 4.500 Jahren domestizierte Form der Felsentaube sind. Die Felsentaube ist eine im Vorderen Orient vorkommende Wildtaubenart. die in Nordafrika, Europa und Südwestasien heimisch ist. Dort brütet sie in Höhlen, Schluchten und auf Meeresklippen. Sie wurde zur „Haustaube“ und diente dem Menschen zur Nachrichtenübermittlung. Zudem war sie zur damaligen Zeit ein guter Fleisch- und Eierproduzent. Als bessere Fleischlieferanten (Schweine, Rinder etc.) sowie zuverlässigere Kommunikationswege verfügbar wurden, hatte die Haustaube ausgedient und wurde sich selbst überlassen.

3 Felsentauben, die in der Sonne an einer Felswand sitzen. Sie sehen den bekannten Stadttauben zum Verwechseln ähnlich.
Fotonachweis: Andrew Dunn, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Stadttauben: wildlebend, aber keine Wildtiere
Die Stadttaube hat sich nie zu ihrer Stammform (Felsentaube) zurückentwickelt, ähnlich wie dies bei streunenden Hunden (Stammform: Wolf) und Katzen (Stammform: Falbkatze) der Fall ist. Sie lebt verwildert in unseren Städten und vereint in sich jahrelang angezüchtete Merkmale (hohe Brut­häufigkeit) und Eigenschaften ihrer Urahnin (Vorliebe für „felsenähnliche“ Brutplätze). Sie ist ein sog. verwildertes und wildlebendes Haustier, aber kein Wildtier.

Während es aber für streunende Hunde und Katzen in Deutschland klare Zuständigkeiten gibt und man versucht, dem Elend durch betreute Futterstellen, Fang- und Kastrationsaktionen entgegenzuwirken, tun sich viele deutsche Kommunen noch sehr schwer damit, sich auch für Stadttauben sinnvoll einzusetzen. Statt flächendeckend Taubenhäuser mit einer Populationskontrolle durch Eiertausch einzurichten, werden sinnlose Fütterungsverbote ausgesprochen und Tötungsaktionen bewilligt.

Stadttaubenmanagement in Eckernförde
In Eckernförde gibt es aktuell ca. 230 Stadttauben. Zur Beurteilung der Situation dieser Tiere hat die Stadtverwaltung im Herbst 2024 eine Biologin mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Seit März 2025 wird in Zusammenarbeit mit unserem Verein an der Einführung eines Stadttaubenmanagements zur tierschutzgerechten Populationskontrolle gearbeitet.